Portrait

Portrait Kaspar Flütsch
Kaspar Flütsch

Telluride (USA), 16.12.2010, wau, da stehe ich nun … ich Kaspar Flütsch aus dem kleinen Bergdorf Luzein (GR Schweiz)… als zweiter auf dem Podest.

Ich bin überglücklich habe ich es bei diesen WC-Alpin-Snowboardrennen als bester Schweizer aufs Treppchen geschafft. Mein bisherig bestes Resultat in meiner sportlichen Karriere. Das ist eine riesige Belohnung für die vielen anstrengenden Trainings, Mühen und Kämpfe der letzten zehn Jahre…

Ja,  Kämpfe und Durchsetzungsvermögen haben schon früh zu meinem Leben gehört. Als ich am 20.6.1986 in einer Klinik in Zürich auf die Welt gekommen bin, habe ich es meiner Mutter, der Hebamme und den Ärzten nicht einfach gemacht. Mit Blaulicht unternahm ich meine erste, rasante Spritztour ins nahegelegene Kinderspital, wo ich mich mit aller Kraft und medizinischer Hilfe für den Beginn meiner persönlichen Karriere durchsetzte.

Zurück im schönen Prättigau, sprich Pany, entdeckte ich den Schnee und kaum konnte ich laufen auch die tollen Bretter, die sich Skis nennen. Die Skischule Pany, danach die JO des Skiclub Panys waren meine ersten Wirkungsstätten. Mit 11 Jahren machte ich die entscheidende Begegnung mit meiner zukünftigen grossen Liebe: Das Snowboard meines Sandkastenkollegen „ Gian“. Das Gleichgewicht machte mir zuerst Mühe, daher wechselte ich zum schnellen Fahren und fand dies einfach cool.

Im Jahr 2001 begann meine professionelle Snowboardkarriere als Alpinfahrer beim Regionalteam des Stützpunkts Davos. Die Rennen machten mir Spaß und die Betreuung von den professionellen Trainern motivierte mich, auch nach Niederlagen weiterzukämpfen. David Sonderegger und Daniele Meuli halfen mir im täglichen Training meine Kraft, Technik und Durchhaltewillen zu stärken und zeigten mir die Wege des Mentaltrainings auf. Daniela, die Weltmeistern und Olympiasiegerin, konnte mir dank ihrer Erfahrung im Weltcupzirkus enorm viel Hilfreiches mit auf meinen Weg geben.

So kam ich Jahr für Jahr, Schritt für Schritt in meiner Karriere weiter. Vom B-Kader ins A-Kader des Swiss-Snowboards, dann im 2011 in die Nationalmannschaft, wo ich mit Schoch, Galmarini, Mägert-Kohli und Co. gute Zeiten verbringen durfte.

Mit dem Nationalteam bin ich nun von August bis April auf Achse. Die besten Snowboarder der Schweiz, die Trainer, Physios und der Coach „Rufi“ gehören in dieser Zeit zu meinen persönlichen Motivatoren. Im Team herrscht eine tolle Stimmung, so dass man sich auch fern der Heimat wie in einer Familie aufgehoben fühlt.

Natürlich kehre ich zwischen den Rennen gerne wieder ins Prättigau zu meiner Familie zurück. Wo ich die gute Küche meiner Mutter, wie auch das Zusammensein mit Eltern, Schwestern Laura, Nina und den Katzen Blacky und Grizzly geniesse. Meine Familie unterstützt mich wo sie nur kann und macht mir keinen Druck, wenn die Resultate mal nicht stimmen. Ich finde es toll, wenn sie mich zu Rennen begleiten und mich da anfeuern.

Alleine mit der Unterstützung meiner Eltern, der Trainer, meiner Teamkollegen kann ich aber in diesem Sport nicht überleben und so bin ich meinem Chef „Hans Obrist“ enorm dankbar, dass wir ein Arbeitsarrangement gefunden haben, bei dem ich den Sport professionell betreiben und gleichzeitig auch meinen erlernten Beruf des Landmaschinenmechanikers ausüben kann. Es ist auch wichtig, dass ich das Handwerk des Landmaschinenmechs weiterhin beherrsche, damit ich nach meiner sportlichen Karriere ein berufliches Ziel habe. Nebst all diesen Hilfen sind wir Snowboarder auf Sponsoring angewiesen.

Telluride (USA), 16.12.2010, wau dieser zweite Platz motiviert mich zu mehr…konstante, gute Resultate im WC, viele Podestplätze und vor allem: er motiviert mich für die Teilnahme und einen Spitzenplatz an der Olympiade in Sotschi 2014!

Kaspar Flütsch
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